METHODIK
Wie der Kongress von der impliziten Annahme zur belastbaren Entscheidung kommt.
Ein Tag, ein Verfahren: der Stresstest in acht Schritten
Der 27. EBS Immobilienkongress folgt nicht der üblichen Konferenzlogik, in der sich Vortrag an Vortrag reiht. Er ist als durchgehendes Verfahren aufgebaut: Die Annahmen der Teilnehmenden werden zu Beginn offengelegt, entlang von vier Perspektiven außerhalb der Branchenroutine geprüft und am Ende zu einem konkreten Arbeitsdokument verdichtet. Jede Session baut auf der vorherigen auf — wer den ganzen Tag bleibt, verlässt ihn mit einem anderen Bild als dem, mit dem er gekommen ist.
Schritt 01
Annahmen sichtbar machen
01 – Annahmen sichtbar machen
Zum Auftakt legen die Teilnehmenden ihre eigenen Zukunftsannahmen offen; live und anonym per Befragung im Raum. Das Ergebnis ist kein Stimmungsbild, sondern das Rohmaterial des Tages: Es zeigt, worauf sich die Anwesenden tatsächlich verlassen, ohne es je ausgesprochen zu haben.
SCHRITT 02
Begriffe schärfen
02 – Begriffe Schärfen
Ein methodischer Impuls klärt, was im Alltag ständig verwechselt wird: Eine Prognose behauptet, wie es kommt. Ein Szenario beschreibt, wie es kommen könnte. Robust ist eine Entscheidung erst, wenn sie in mehreren dieser Zukünfte trägt. Diese Unterscheidung ist das Handwerkszeug für alles Folgende.
SCHRITT 03
Zukunftsräume aufspannen
03 – Zukunftsräume aufspannen
Die Szenario-Simulation (SuperFutures) entwirft plausible, bewusst kontrastierende Zukünfte für die gebaute Umwelt und damit keine Punktprognosen. Sie spannen den Raum auf, in dem die Annahmen aus Schritt 1 anschließend geprüft werden.
SCHRITT 04
Stresstest I: Gesellschaft & Institutionen
04 – Stresstest 1: Gesellschaft & Institutionen
Übersetzt sich technologischer Fortschritt linear in Nachfrage nach Büro- und Wohnraum, oder denkt die Immobilienwirtschaft Gesellschaft und Organisationen zu einfach? Eine Stimme von außerhalb der Branche prüft, eine Stimme aus der Immobilienpraxis hält dagegen.
SCHRITT 05
Stresstest II: Politik & Infrastruktur
05 – Stresstest II: Politik & Infrastruktur
Private Investitionsentscheidungen setzen öffentliche Umsetzungsfähigkeit stillschweigend voraus – bei Genehmigungen, Energie, Infrastruktur. Dieser Schritt prüft, ob diese Voraussetzung trägt, und was es für Investments bedeutet, wenn nicht.
SCHRITT 06
Stresstest III: Nachfrage vs. Finanzierung
Stresstest III: Nachfrage vs. 06 – Finanzierung
Was Menschen tatsächlich nachfragen und was finanzierbar ist, fällt zunehmend auseinander. Dieser Schritt prüft, wo genau und was passiert, wenn finanzierbare Assets morgen nicht mehr nachgefragt werden.
SCHRITT 07
Stresstest IV: Zukunftskapital
07 – Stresstest IV: Zukunftskapital
Welche Zukünfte werden heute außerhalb der Immobilienwirtschaft finanziert – und was bedeuten diese Kapitalströme für Standorte, Gebäude und Städte von morgen? Der Blick auf das Kapital anderer Branchen zeigt, welche Annahmen der eigenen bereits überholt sind.
SCHRITT 08
Verdichten und entscheiden
08 – Verdichten und entscheiden
Die Entscheidungswerkstatt führt alle Perspektiven zusammen: Welche Annahmen des Tages sind am ehesten kippanfällig? Welche Wechselwirkungen wurden sichtbar? Und woran erkennt man früh, dass eine Annahme zu kippen beginnt? Das Ergebnis wird gemeinsam im Raum erarbeitet, nicht vorgetragen.
Zentrales Ergebnis: Die Scenario-Stressed Real Estate Decision Map
Das Arbeitsdokument des Tages: die geprüften Zukunftsannahmen, geordnet nach Kippanfälligkeit, mit den Frühindikatoren, an denen sich ein Kippen rechtzeitig erkennen lässt und den Implikationen für Standort-, Produkt- und Kapitalentscheidungen.
Die Decision Map steht im Nachgang des Kongresses allen Teilnehmern zur Verfügung.
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